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H1N1 Grippe Pandemien und Wirtschaft bzw. Börse

H1N1 Schweinegrippe - Die aktuelle H1N1 (Schweine-) Grippe und vergangene Grippe Pandemien und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft und die Börse und die Empfehlungen was uns im Winter bevorstehen könnte.

Konsumfreudigkeit
öffentliches Leben - © Sandor Jackal - Fotolia.com
Das Schweinegrippevirus H1N1, das im zweiten Quartal 2009 erstmalig in den USA entdeckt wurde, hat sich bisher in einer Geschwindigkeit über alle Kontinente ausgebreitet, wie kaum ein anderes Virus zuvor. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Auswirkungen dieser Pandemie auf die Wirtschaft auf ähnliche Weise zu spüren sind, wie die vergleichbarer Pandemien des vergangenen Jahrhunderts. Jedoch werden nach den eher harmlosen Verläufen von Vogelgrippe, SARS und BSE Medienberichte, die sich mit den Gefahren der Schweinegrippe befassen, oft als Panikmache abgetan.

 

Tatsächlich zeigt sich das H1N1 Virus gegenwärtig in Nordeuropa in einer nur wenig aggressiven Form. Das Virus scheint so zu mutieren, dass es zwar genug Kraft besitzt, sich immer schneller auszubreiten, dafür aber nur in einer abgeschwächten Form auftritt. Doch unter veränderten Umweltbedingungen kann es zu einer erneuten Veränderung des Schweinegrippe-Virus kommen. Die Folgen sind schwer abschätzbar.

Die Intensität des Schweinegrippe-Virus

Etwas beängstigend sind die derzeitigen Ausmaße der Schweinegrippe auf der Südhalbkugel, wo während der Sommerzeit auf der Nordhalbkugel Winter herrscht. Dort legt das Virus teilweise das gesamte öffentliche Leben lahm. In Australien, Chile und Argentinien häufen sich die Todesfälle. Dieses Szenario könnte sich in den kommenden Monaten nach Nordeuropa verlagern. Dafür spricht, dass bereits jetzt in Deutschland und Großbritannien tausende Fälle von infizierten Kindern und Erwachsenen bekannt sind.

In der kommenden kalten Jahreszeit herrschen für die Grippeviren vermutlich so günstige Bedingungen, dass beispielsweise in Bereichen des öffentlichen Dienstes ein Krankenstand von bis zu 30 Prozent erreicht werden kann. Die Tatsache, dass bereits jetzt die Schweinegrippefälle täglich um fast 500 ansteigen, spricht eine deutliche Sprache.
Die Schweinegrippe hat das Potenzial, sich zu einer Pandemie, die mit der Spanischen Grippe oder der Hongkong Grippe vergleichbar ist, zu entwickeln. Diese Pandemien, die sich ebenfalls sehr schnell über die ganze Welt ausbreiteten, sorgten nach heutigen Erkenntnissen, offenbar teilweise für wirtschaftliche Tiefs und Schwankungen an den Börsen.

Die Spanische Grippe und die Asiatische Grippe

Die größte Pandemie des vergangenen Jahrhunderts war die Spanische Grippe, deren Erreger mit dem Schweinegrippevirus große Ähnlichkeit hatte. Die Spanische Grippe wütete in den Jahren 1918 und 1919 in fast allen Teilen der Welt. Ihre erste Welle rief ähnlich harmlose Krankheitsverläufe hervor, wie im Sommer 2009 die Schweinegrippe in Deutschland. Doch in einer zweiten Welle, die im Spätherbst 1918 begann, mutierte das Virus der Spanischen Grippe zu einem extrem aggressiven Erreger. Während dieser Zeit starben in den USA 12.000 Menschen. Ende Oktober 1918 schien sich die Grippe auch auf die Börsenkurse auszuwirken. Das bisherige Hoch verwandelte sich während der kommenden vier Monate zu einem ständigen Tief. Insgesamt gab der Dow Jones um knapp elf Prozent nach. Erst im März wurde das ehemalige Hoch wieder erreicht.

Eine zweite große Pandemie brach 1957 in Asien aus und war ebenfalls auf Erreger zurückzuführen, die denen der Schweinegrippe sehr ähneln. Sie wurde die Asiatische Grippe genannt. Diese forderte weltweit ein bis zwei Millionen Todesopfer und hatte auch Deutschland erreicht. Die Asiatische Grippe befand sich im Herbst 1957 auf ihrem Höhepunkt. Zu dieser Zeit gab der Dow Jones um rund 20 Prozent nach. Erst ein Jahr später hatte er sich wieder vollständig erholt.

Pandemien als Verursacher von Rezession und Konjunktur

Zwar ist nicht zweifelsfrei erwiesen, dass die Pandemien die alleinige Ursache für die Börseneinbrüche waren. Die üblichen Winterrezessionen und die vorangegangen Hochs mögen ebenfalls zu den Kursabfällen beigetragen haben. Doch den Grippepandemien ist ein nicht unerheblicher Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung, während der Zeit, in der sie auf ihrem Höhepunkt waren, zuzuschreiben. So ist es nicht von der Hand zu weisen, dass das Sterben vieler Menschen das Aufkommen einer depressiven Stimmung mit sich bringt. Doch die Hauptursache der Auswirkungen von Grippepandemien auf die reale Wirtschaft und somit auch auf die Börse liegt darin, dass ein außergewöhnlich hoher Krankenstand viele Unternehmen daran hindert, wie gewohnt zu arbeiten, beziehungsweise zu produzieren. Zusätzlich sinkt während einer Grippepandemie die Konsumfreudigkeit der Menschen, denn aus Angst vor dem Virus ziehen es viele vor, sich zu isolieren und weniger zu unternehmen. An den Beispielen der spanischen und der asiatischen Grippe ist jedoch zu erkennen, dass, sobald eine Pandemie überwunden ist, mit einer allgemeinen Konjunktur gerechnet werden kann.


 

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